Tourismusprojekt am Unteren Rio Napo

Reisebericht: Eindrücke von einer Reise in das Amazonasgebiet/Oriente des unteren Río Napo in Ecuador

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Ausgehend von Nuevo Rocafuerte, einer kleinen Siedlung am unteren Río Napo Tourismusproject REST Rocafuerte hspace=unweit der Peruanischen Grenze, nehmen wir als eine der ersten Reisegruppen an einer Rundreise teil, die von der in dieser Region entstandenen Tourismuskooperative REST (Red Solidaria de Turismo de la Ribera del Rio Napo) organisiert und durchgeführt wird. Das heißt, die teilnehmenden Dorfbewohner kümmern sich rund um die Uhr, vom Abholen über Essen, Unterbringung und Führung bis zur Rückkehr um uns.

Alta Florencia
Unsere erste Tour - eine 2-Tagestour - geht zum Dorf Alta Florencia, welches sich über mehrere Kilometer entlang des unteren Río Napo erstreckt. Wir erreichen den Ort nach ca. 1,5 Stunde Bootsfahrt. Schon von weitem fällt der am Ufer errichtete palmbedeckte Anlege- und Begrüßungspavillon auf, ein richtig komfortabel ausgebauter Anlegesteg (was man am Río Napo selten findet). Eine Begrüßungstafel weist auf die Zugehörigkeit zum Tourismusprojekt hin und zeigt den Namen des neugebauten Gästehauses, Sascha Ñambi (= Waldweg), welches wir über eine befestigte Treppe nach wenigen hundert Metern aufwärts erreichen.
Das Gästehaus und die dazugehörigen Gebäude, ein Esshaus, ein Kochhaus und ein Bad, imponieren durch große palmgedeckte Dächer und die liebevoll gestalteten Geländer aus Lianen und Wurzelholz. Die traditionelle Bauweise mit den tiefhinuntergezogenen luftdurchlässigen, jedoch regendichten Palmdächern, erzeugt im Inneren der Häuser ein wunderbar kühles luftiges Mikroklima, was bei der schwülen tropischen Hitze, die draußen herrscht, auch ohne Ventilator o.ä. sehr angenehm ist. Hängematten laden zum Ausruhen ein, während die Küchencrew (heute sind das Daisy Shiguango und ihre Tochter) das Essen zubereitet.
Felipe Alvarado, der uns morgens mit dem Boot in Rocafuerte abgeholt hat, bietet an uns die nahegelegenen Kakaofelder zu zeigen. Dort wird der berühmte ecuadorianische Aromakakao angebaut. Wir erleben wie süß die rohen Kakaobohnen schmecken und sehen uns nebenan die Fermentierungs- und Trocknungsanlage (ähnlich einem Foliengewächshaus) an.
Nach einem üppigen Mittagessen aus in Blättern gebratenem Fisch mit sehr leckerem Reis, zeigt Daisy uns die Weiterverarbeitung des Kakaos zu Kakaopaste. Wir rösten, häuten und mahlen die zuvor schon fermentierten und getrockneten Kakaokerne von Hand. Besonders das mehrfache Mahlen der Kerne mit einem einfachen Fleischwolf, bis eine feine sämige Kakaopaste entsteht, ist eine anstrengende schweißtreibende Arbeit. Dennoch lohnt sich die Herstellung der Paste für die Kleinbauern, da sie hierfür einen weit besseren Preis erzielen können, als wenn sie nur die getrockneten Kakaobohnen verkaufen.
Später dürfen wir bei der Zubereitung der Chicha mitmachen, eine Aufgabe die den Frauen vorbehalten ist. Chicha ist das wichtigste Getränk der Einheimischen. Es ist für sie in etwa so wichtig, wie für uns der Kaffee. Sie wird täglich aus einem vergorenen Yuccabrei frisch hergestellt. Natürlich haben wir das Gebräu auch probiert. Es schmeckt ähnlich wie saure Milch oder Buttermilch.

Nach Einbruch der Dunkelheit erhalten wir einen noch tieferen Einblick in die Kultur der Einheimischen. Ein Schamane bietet uns seine Dienste an. Auf den ersten Blick sieht er nicht so aus, wie man sich den typischen Schamanen vorstellt, denn auch er trägt Jeans, T-Shirt und Gummistiefel, wie alle hier. Er bietet uns eine Säuberungszeremonie an, die uns vor bösen Geistern und Unglück insbesondere während der Wanderungen durch den Wald, die wir in der nächsten Zeit mehrfach vorhaben, zu schützen. Sehr ernsthaft versucht er uns davon zu überzeugen, dass dies eine gute Sache sei. Als wir zustimmen, setzt er eine Federkrone auf und bereitet Rauch und Pflanzenwedel vor. Nach einem kurzen Moment der Sammlung legt er los mit seiner Behandlung. Nachher fühlen wir uns erstaunlich gut erfrischt und ruhig.
Als schließlich der Stromgenerator (mit Hilfe der Organisation „Ingenieure ohne Grenzen“ wird gerade eine Fotovoltaikanlage installiert, die jedoch noch nicht in Betrieb ist) ausgeschaltet wird und sich zeigt, wie absolut dunkel es hier in dieser abgelegenen Region des Regenwaldes ist, haben wir das seltene Glück, dass der Himmel wolkenlos ist und wir einen überwältigenden Blick in den Sternenhimmel erleben dürfen. Die Milchstraße und zahllose große und kleine Sterne funkeln so dicht, dass der Begriff Sternenmeer eine ganz neue Bedeutung bekommt. Uns deucht, er wurde bisher zu leichtfertig genutzt.
Mit Hilfe unserer Taschenlampen suchen wir im Obergeschoss unsere Schlafzelte auf. Bequeme Matratzen in Moskitozelten stehen bereit. In diesem angenehm winddurchwehten Raum beim Zirpkonzert der verschiedensten Insekten schlafen wir schnell ein. im Gaestehaus in AltaFlorencia
Gut ausgeruht brechen wir am frühen Morgen zu einer mehrstündigen Regenwaldwanderung auf. Auf schmalen Wegen geht es vorbei an unterschiedlichsten, einfach gigantischen Bäumen -wie der Samona-Baum mit leicht 15- 20 m Umfang- mit riesigen Brettwurzeln, und so hohen Kronen, dass man sie fast nicht sehen kann. In diesen Bäumen leben die Waldgeister! Sie können sowohl gut als auch böse sein: dem Einen helfen sie, den Anderen führen sie in die Irre. Mückenschwärme treiben uns voran. Sobald man stehen bleibt, um ein Foto zu machen, erwischen sie einen. Die Schmetterlinge wollen ebenfalls nicht erwischt und fotographisch eingefangen werden. Sie sind ein unruhiges Völkchen, sobald man die Kamera auf sie richtet, entfleuchen sie.
link Francisco Shiguango führt uns. Er kennt sich gut aus und weiß Namen, Bedeutung und Verwendung aller Pflanzen und Bäume hier. Für alles scheint hier ein Kraut gewachsen zu sein, ob Entzündung, Durchfall, Verstopfung, kranke Zähne oder Kopfweh, ob für oder gegen das Kinder-kriegen, in dieser Naturapotheke ist für alles gesorgt. Wir versuchen uns ein paar Namen und Verwendungszwecke zu merken doch immer wenn wir glauben anhand der Rinde, der Blätter oder dem Wuchs den Baum von eben wiederzuerkennen, entlarvt Francisco ihn als eine andere Sorte. Auch wenn viele Bäume in unseren Augen gleich aussehen, so sind sie doch verschieden.
Bestimmte Bäume dienen zum Bau von Kanus, andere zum Hausbau. Da gibt es solche für die Stützen und Pfähle, auf denen alle Häuser gebaut sind, welche für die Dachkonstruktion, andere werden nur für Fußböden genommen und wieder andere für Betten (federnd, elastische).
Samona-Baum bei AltaFlorencia Das Fotografieren ist hier nicht leicht, denn der Wald ist in seinem Inneren, am Boden dicht und dunkel. Da wo das Licht der Äquatorsonne einfällt bilden sich extreme Kontraste. Kein Baum steht hier, an und auf dem nicht auch noch eine Vielzahl anderer Pflanzen leben. Überall hängen Luftwurzeln und Lianen herunter, solche die Wasser spenden und solche aus denen Pfeilgift gewonnen wird. Gleichzeitig streben an jedem Baum großblättrige Rankpflanzen hoch ins Licht. Und in den Kronen der Bäume, in den Astgabeln sitzen noch viel mehr Pflanzen, die man jedoch von unten nur schattenhaft sehen kann. Die dort lebenden Vögel können wir oft nur hören. Von den Blüten und Früchten, die es zweifellos geben muss in den obersten Etagen dieses Waldes, die aber wegen der Dichte des Blattwerks unsichtbar bleiben, davon zeugen nur die Blütenblätter auf den Boden sowie Schalen und teils bizarre Samenkapseln, wie das Affentöpfchen und allerlei andere Hülsen. Unzählige Ameisen kreuzen unseren Weg, darunter viele verschiedene Ameisenarten, ganz große und sehr kleine, wie die essbaren Zitronenameisen. Von den meist nachtaktiven großen Tieren wie Wildschwein und Tapir sehen wir nur die Spuren im Matsch. An vielen Stellen, oft gerade auch auf den Wegen, haben Gürteltiere große Löcher bzw. Höhlen gegraben. Der Waldboden ist überall feucht und sumpfig. Immer wieder queren wir Bäche und moorige Teiche. Nur eine dünne Schicht vergehenden Blattwerks, Holz und Moose bedecken den darunterliegenden roten Lehmboden. Ohne die obligatorischen Gummistiefel kommt man hier nicht weit.
Wir erfahren, dass der gesamte Wald durch den wir kommen den Dorfbewohnern von Alta Florencia gehört. Sie sind stolz auf ihren Wald und setzen alles daran ihn zu erhalten.
Wieder zurück in Rocafuerte haben wir Zeit und Gelegenheit unsere Wäsche zu waschen, Lebensmittel und andere Kleinigkeiten zu kaufen.

Yasuní Nationalpark
Da wir noch einen Tag Zeit haben, bitten wir zwei Nachbarjungs uns den nahegelegenen Yasuní-Nationalpark zu zeigen, den sie gut kennen. Allerdings müssen wir, da es sich um eine privat organisierte Tour handelt, Benzin organisieren für die Fahrt mit dem Boot. Benzin ist stark rationiert hier. Privatleute können nur 1x im Monat und nur samstags im 12 Stunden entfernten Coca 5 Gallonen Benzin kaufen. Braucht man zwischendurch welches, muss man sich irgendwo welches leihen und bei der nächsten Fahrt nach Coca die entsprechende Menge mitbringen.
link Als wir den Yasuní Nationalpark erreichen, passieren wir eine Meldestelle, die vor kurzem eingerichtet wurde. Hier müssen wir, d.h. die ausländischen Touristen, 10 $ Eintritt entrichten. Wir fahren zum Hatun Cocha (= Großer See). Auf einer der großen Insel gehen wir an Land und machen eine abenteuerliche Wanderung über Baumstämme, Wurzeln, größtenteils durch sumpfiges Gelände. Den Weg bilden also umgefallene und zu einem Steg zurechtgerückte Bäume. Um nicht bis zur Hüfte im Sumpf zu versinken, bekommt jeder einen Stock, der vorher mit der Machete abgeschnitten wurde. So balancierten wir bis zu einem imposanten Baum mit so weit ausladenden Brettwurzeln, dass man auf ihnen einige Meter hochsteigen kann. Dort hängt in greifbarer Nähe eine Liane, an der man sich hinab schwingen kann.
Yasuni-Nationalpark Nach einem stärkenden Picknick am Ufer erkunden wir per Boot weiter die Seenlandschaft. Schließlich zeigen unsere beiden jungen Führer uns eine Stelle an der man Pirañas fangen kann! Jeder bekommt eine Angel und darf sein Glück versuchen. Es gelingt tatsächlich einige zu fangen, die wir dann abends nach traditioneller Art und Weise sehr kross frittieren, sodass sie mit samt den Gräten gegessen werden können. Das schmeckt vortrefflich!

Zancudo und der Cuyabeno-Nationalpark
Ein paar Tage später brechen wir auf zu einer 4-tägigen Tour nach Zancudo am Río Aguarico und zum Cuyabeno-Nationalpark auf. Zwei der in der Tourismus-Kooperative mitarbeitenden Leute aus Zancudo kommen uns mit ihrem Boot am frühen Morgen in Rocafuerte abholen. Die Flussfahrten hier sind nur für geübte „Motoristas“ zu bewältigen. Die ungebändigten Flüsse mäandern durch ihr Bett und hinterlassen jeden Tag andere Sandbankformationen und neue Bruchkanten an den Steilufern. An der Kräuselung der Wasseroberfläche erkennen sie wo der Fluss tief genug ist. Ausgerechnet in Ufernähe, wo die Strömung am besten und die Fahrrinne am Tiefsten ist, liegen überall Bäume im Wasser, die niemand beseitigt.

Nach ca. 4 Std. erreichen wir das Dorf. Auf den ersten Blick erinnert Zancudo auf hügeligen Wiesen mit weidenden Kühen an eine Alm. Voller Stolz zeigt unser Führer Julio uns sein Dorf, welches, anders als Alta Florencia, mehr auf einem Fleck gebaut ist. Auch der typische überdachte Sportplatz im Zentrum des Dorfes, auf dem sich all abendlich die Menschen zum Fußball oder Basketballspiel treffen, fehlt nicht.
Zancudo In einem künstlichen Teich werden kleine Wasserschildkröten aufgezogen. Der Rio Aguarico ist bekannt für seine Wasserschildkröten. Während der Flussfahrt sieht man sie auf fast jedem Baumstamm, der vom Ufer in den Fluss gefallen ist. Die Einheimischen lieben Schildkröteneier. Seit je her sammeln sie sie zur Brutzeit auf den Sandbänken um sie zu verspeisen. Damit die Population nicht ausstirbt, werden seit einigen Jahren immer an die tausend Eier im Dorf ausgebrütet und die Jungtiere ein Jahr lang gefüttert, um sie dann auszusetzen. Für jedes ausgesetzte Tier erhalten sie eine kleine Aufwandsentschädigung vom WWF (?).
Die Sonne scheint, alles wirkt freundlich und aufgeräumt. Auch die Menschen sind freundlich aber eher zurückhaltend und betrachten uns von weitem. Als sich herumgesprochen hat, dass wir angekommen sind, machen sich die Projektmitglieder auf und kommen uns begrüßen. Ein wenig verlegen unterhalten sie sich mit uns und versuchen heraus zu finden, was wir am liebsten machen möchten.
Nachmittags unternehmen wir eine Wanderung durch den Regenwald zum Zancudo Cocha (= Mücken See). Als wir nach dem sehr anstrengenden Fußmarsch am See ankommen werden wir von einem Boot erwartet, welches uns in die Mitte des Sees bringt. Dort nehmen wir zuerst einmal ein erfrischendes Bad. Pirañas und Kaimane gibt es selbstverständlich „nur am Ufer!“.
Anschließend fahren wir über den großen See zu dem fast fertiggestellten Gästehaus (inzwischen - Nov. 2010 - ist es wohl fertiggestellt) direkt am Ufer. Hier haben wir die Gelegenheit, an den Brettern für Wände und Fußböden, zu bewundern wie exzellent die Indios mit der Motorsäge umgehen können. Ohne Sägewerk, nur mit der Motorsäge, sägen sie Stämme in exakt ebenmäßige, gleichmäßige ca. 2 cm dicke und ca. 15 cm breite Bretter und Dielen.
Zancudo-Cocha In dem Haus, welches ähnlich wie das in Alta Florencia gebaut ist, sind bereits die Moskitozelte aufgebaut und die Küchencrew (Rebeca und xy…), die inzwischen auch per Boot hergebracht wurde, breitet das Abendessen in der noch provisorischen Küche vor. Das landestypische Abendessen wird bei Kerzenschein serviert.
Am frühen Morgen weckt uns ein fernes Sturmbrausen, verursacht von einer Horde Brüllaffen im Wald. Wir werden eingeladen eine Vogelerkundungsfahrt mit zu machen. Dazu fahren wir langsam und möglichst geräuscharm am Uferdickicht entlang. Um diese Uhrzeit halten sich hier viele verschiedene Vogelarten auf, Aras, grüne Papageien, viele Hoazin und andere uns unbekannte Arten. Auch große Affen lassen sich beim frühstücken von gelben Blüten in einer Baumkrone beobachten.
Auf der Rückfahrt ins Dorf geht es über enge Kanäle durch eine Art Schilfgürtel der aber nicht aus Schilf sondern aus meterhohen, stacheligen, einstieligen Blattpflanzen besteht. Dort umflattern uns wieder viele fremde Insekten, wie z.B. die schwarzflügeligen Libellen. Weiter geht es durch beinahe zugewachsene wild verwunschene Flussläufe, in deren Uferdickicht unsere Führer sogar zwei Kaimane sichten.
link Nach einem leckeren Abendessen in Zancudo übernachten wir dort und brechen am folgenden Tag mit Küchenmanschaft, Führer Julio und Motorista Juan zu einer 2-tägigen Tour in den Cuyabeno- Nationalpark auf. Nach etwa 2-stündiger Fahrt erreichen wir den Río Lagartococha (Krokodilsee). Dieser kleine Fluss durchfließt über eine lange Strecke ein riesiges Seengebiet. Auf dieser Strecke passieren wir wieder einmal kurz peruanisches Gebiet und müssen uns an einem Militärposten ausweisen. Der Lagartococha und die ganzen Seen, die sich ihm anschließen sind, im Gegensatz zu den sedimenthaltigen gelbfarbenen großen Strömen Rio Napo und Rio Aguarico, Schwarzwasser. Die glatten schwarzen Oberflächen spiegeln jeden Baum und Strauch und reflektieren jede Farbe. Ein natürliches Spiegelkabinett unendlich vieler ähnlicher Inseln in schwarzem, stillen Wasser so exakt gespiegelt, dass Realität und Spiegelbild kaum zu unterscheiden sind. Eine Landschaft, die auch zum stundenlangen Paddeln in scheinbar absoluter Einsamkeit einladen würde.
Cuyabeno-Lagartococha
Schließlich erreichen wir den Delfincocha, den Definsee, wo die seltenen rosa und grauen Flussdelfine leben. Sobald sie das Boot hören, kommen sie neugierig angeschwommen. Leider trauen sie sich nicht näher als ca. 10-20 m ans Boot heran, aber sie umkreisen uns. Einige sind größer als wir sie uns vorgestellt haben, schätzungsweise mehr als 2-3 m lang. Leider tauchen sie immer so schnell wieder unter, dass es schwierig ist, sie auf ein Foto zu bannen. Da lt. Führer nichts dagegen spricht, bekommen wir die Gelegenheit hier schwimmen zu gehen. Aber auch als wir ins Wasser steigen kommen sie uns nicht näher. Trotzdem ist es ein eindrucksvolles Erlebnis.
Mitten in diesem Labyrinth aus Seen und Inseln schlagen wir später unser Nachtlager auf. Unsere Zelte werden diesmal unter einer Plane aufgebaut, ebenso die Feldküche. Rebecca und Maria kochen Reis und Hühnchen. Dazu gibt es wie meistens Fruchtsaft. Während die Frauen kochen und die Männern den Platz mit den Macheten bearbeiten, Gestrüpp entfernen und Insekten auf- und verscheuchen und Zelte und Planen aufbauen, angeln wir mit den Hühncheninnereien nach Pirañas. Wie immer ist es pünktlich um 6 Uhr dunkel. Abendessen wird also im Schein der Taschenlampen eingenommen - alles sehr spannend!
Mit Einbruch der Nacht werden die Insekten und Frösche immer lauter. In der Ferne lassen sich gar junge Kaimane hören. Das Gezirpe, Gefiepe und Gequake der verschiedensten Lebensformen begleitete uns in den Schlaf. Wir haben den Eindruck, dass es hier nachts lauter ist als tagsüber.
Gegen 6 Uhr morgens wird es hierzulande hell. Den morgendlichen Weckruf übernimmt ein kleines zwitscherndes Etwas, was sich bei näherem Hinsehen als Frosch und nicht als Kanarienvögelchen entpuppt.
Auf dem Rückweg durch diese bizarre Spiegel-Seenlandschaft lassen wir uns viel Zeit, um nach weiteren Tieren und Fotomotiven Ausschau zu halten. Auch die Delfine zeigen sich zum Abschied noch einmal.
Am späten Nachmittag kommen wir zurück nach Zancudo, essen und übernachten noch einmal dort. Und tags darauf werden wir wieder nach Rocafuerte und einige Tage später nach Coca zurückgebracht.
Fazit
Für Menschen die naturnahes Reisen mögen und Slow traveling genießen können, ist dies eine sehr lohnenswerte wunderbare Reise, die man nur weiter empfehlen kann. Wir fühlten uns zu jeder Zeit sicher und gut umsorgt. Da wir eine der ersten Touristengruppe waren, war dies für die Einheimischen sicher genauso spannend, wie für uns. Sie wollen den Tourismus weiter ausbauen, um für sich und ihr Kinder eine Zukunft mit der Natur zu sichern.


Autorin: Maria Peters

Kontakt:
Tel.: 00593(0)6 2382-119 oder 108 (Alfredo Tangoy; Zancudo/ Rocafuerte)
E-mail: alfredo.tangoy@gmail.com

link Reisebericht [pdf]

linkzur Fotogalerie

linkFilmbericht über das Tourismusprojekt (engl.)

linkRundreise unterer Rio Napo; Broschüre_2010 [pdf]

linkRundreise unterer Rio Napo; Flyer_2010 [pdf]